Chicago - Dream is over.
Diese 1993 aufgenommene und als Fotografik weiter bearbeitete Serie
aus der Blues-Brothers-Stadt Chicago wird in diesem Jahr erstmals
in zwei Ausstellungen auf der Insel Hiddensee und in Dresden gezeigt.
Es handelt sich hierbei um Reproduktionen der ca. 20 Originalblätter,
die aus konservatorischen Gründen nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt
werden dürfen.
Neben Frankreich
und insbesondere seiner Hauptstadt Paris galt für mich Amerika als
große Verheißung, die nach dem Mauerfall eingelöst werden wollte.
Dass Reisen an all die Orte, an die man so hohe Erwartungen geknüpft
hatte, auch mit Ernüchterung und Enttäuschung verbunden waren, liegt
auf der Hand. Außerdem hatten sich diese Orte innerhalb der letzten
Jahrzehnte verändert; das Amerika der Humphrey-Bogart-und-Marilyn-Monroe-Filme
hatte so, wie wir es sahen, vielleicht nie existiert.
Im September
2000, genau ein Jahr vor dem Attentat auf das Welthandelszentrum
in New York, habe ich ausgehend von dem Kleinbildmaterial des Jahres
1993 eine Serie mit 20 originalen Fotografiken erstellt, die die
Düsternis des 'Strangers View' thematisieren, die Unmöglichkeit,
das in der Fremde Gesehene zu deuten. Dort, wo keine Heimat ist,
erkennt man nichts; Häuser und Gegenstände verschleieren und verdüstern
sich zu Massen ohne klare Umrisse. Das dokumentarische, an sich
fotografische Element verliert nahezu gänzlich an Bedeutung in Anbetracht
der Auflösung vom Konkreten hin zum Abstrakten, Malerischen. Exemplar
1/5 des 20-seitigen Künstlerbuches "Chicago - Dream is over" befindet
sich im Besitz der SLUB/Deutsche Fotothek.
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